Basierend auf dem Grundstücksmarktbericht 2025 des Gutachterausschusses für Grundstückswerte in der Stadt Krefeld (Berichtszeitraum: Gesamtjahr 2024) | Analyse: Michael Ruland, Immobilienmakler Krefeld
Einleitung: Krefeld als Immobilienstandort im Wandel
Krefeld, die seidenwebende Großstadt am Niederrhein mit rund 227.000 Einwohnern, hat sich in den vergangenen Jahren als stabiler Immobilienmarkt in der Metropolregion Rhein-Ruhr etabliert. Während viele deutsche Großstädte nach dem Zinsschock der Jahre 2022/2023 mit erheblichen Preisrückgängen zu kämpfen hatten, zeigt der Krefelder Markt im Berichtsjahr 2024 eine bemerkenswerte Stabilisierung – teilweise sogar eine moderate Erholung. Der nun vorliegende Grundstücksmarktbericht 2025, herausgegeben vom Gutachterausschuss für Grundstückswerte in der Stadt Krefeld, liefert eine datenbasierte Grundlage für alle Marktteilnehmer: Käufer, Verkäufer, Investoren, Kreditinstitute und Immobilienprofis.
Dieser Beitrag fasst die wichtigsten Erkenntnisse des Berichts zusammen, ordnet sie in den übergeordneten Marktkontext ein und zeigt, was Käufer und Investoren im Jahr 2025 erwarten dürfen. Er richtet sich an alle, die fundierte Entscheidungen rund um Immobilien in Krefeld treffen wollen – auf Basis offizieller Marktdaten, nicht auf Basis von Spekulation.

Der Krefelder Immobilienmarkt 2024 im Überblick: Kennzahlen und Gesamtbild
Das wichtigste vorab: Der Krefelder Immobilienmarkt hat 2024 einen erheblichen Umsatz generiert. Laut Grundstücksmarktbericht wurden im gesamten Stadtgebiet 1.725 ausgewertete Kauffälle verzeichnet, die einen Gesamtumsatz von 666,7 Millionen Euro repräsentieren. Diese Zahl umfasst alle relevanten Teilmärkte – vom unbebauten Baugrundstück über das Einfamilienhaus bis hin zu Gewerbe- und Industrieimmobilien.
Diese Umsatzzahl ist eine belastbare Marktgröße, denn der Gutachterausschuss filtert aus der Gesamtheit aller Kauffälle jene heraus, die durch ungewöhnliche oder persönliche Verhältnisse – beispielsweise Verwandtschaftsverhältnisse zwischen Käufer und Verkäufer oder Notverkäufe – verzerrt sind. Die ausgewerteten Kauffälle bilden damit einen fairen Querschnitt des tatsächlichen Marktgeschehens.
Was bedeuten diese Zahlen? Auf den ersten Blick wirkt ein Volumen von knapp 667 Millionen Euro solide. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl und zur Stadtgröße zeigt sich Krefeld als aktiver, liquider Immobilienmarkt mit einer gesunden Transaktionsdichte. Der Markt ist weder überhitzt noch eingefroren – er hat nach der Korrekturphase der Jahre 2022 und 2023 wieder Tritt gefasst.
Bauland und unbebaute Grundstücke: Stabilisierung auf erhöhtem Niveau
Eines der wichtigsten Segmente für die Preisfindung im gesamten Immobilienmarkt ist das Bauland. Denn der Wert eines Grundstücks – ob für den Eigenheimbau oder für Investoren – bildet die Grundlage für alle darauf errichteten Immobilienwerte.
Bodenpreisindex für den individuellen Wohnungsbau
Der Bodenpreisindex für baureife Grundstücke des individuellen Wohnungsbaus – also für Grundstücke, auf denen typischerweise Ein- und Zweifamilienhäuser errichtet werden – ist im Jahr 2024 auf den Wert 171 gestiegen. Basisjahr dieses Index ist das Jahr 2010 mit dem Wert 100. Das bedeutet: Baugrundstücke für den individuellen Wohnungsbau sind in Krefeld seit 2010 im Durchschnitt um 71 Prozent teurer geworden – ein Wert, der die strukturelle Wertsteigerung über mehr als eine Dekade eindrucksvoll dokumentiert.
Im Vergleich zum Vorjahr 2023, in dem der Index nach einer stabilen Phase keine Bewegung zeigte, ergibt sich für 2024 ein Anstieg von +3,0 Prozent. Der durchschnittliche Kaufpreis für baureife Grundstücke des individuellen Wohnungsbaus liegt damit bei 390 Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche.
Was bedeutet das für Bauherren?
Wer in Krefeld ein Grundstück für den Eigenheimbau erwerben möchte, muss realistisch mit einem Grundstücksaufwand von rund 390 Euro pro Quadratmeter rechnen. Bei einem typischen Grundstück von 500 Quadratmetern entspricht das einem Grundstückspreis von rund 195.000 Euro – noch ohne Nebenkosten wie Grunderwerbsteuer (in NRW 6,5 %), Notar- und Grundbuchkosten. Die moderate Preissteigerung von 3 Prozent signalisiert, dass der Markt für Bauland in Krefeld wieder an Fahrt gewinnt, ohne dabei in eine neue Spekulationsphase einzutreten.
Gewerbliche Bauflächen
Für gewerblich genutzte Bauflächen liegen die Bodenrichtwerte je nach Lage und Nutzungsart deutlich auseinander. Klassische Gewerbegrundstücke werden in guter Lage mit 100 Euro pro Quadratmeter, in mittlerer Lage mit 70 Euro und in mäßiger Lage mit 40 Euro bewertet. Grundstücke für Dienstleistungsnutzung und Produktion erzielen Richtwerte zwischen 50 und 120 Euro pro Quadratmeter, während Standorte für Fach- und Supermärkte mit 120 bis 230 Euro pro Quadratmeter deutlich höher bewertet werden – ein Beleg für die nach wie vor hohe Nachfrage nach Einzelhandelsstandorten mit guter Verkehrsanbindung.
Im gesamten Berichtsjahr 2024 wurden für gewerbliche Bauflächen 9,0 Millionen Euro Umsatz bei 6 Transaktionenerzielt.
Einfamilienhäuser und Wohnhäuser: Die wichtigsten Preise im Detail
Das Segment der Ein- und Zweifamilienhäuser ist für den Krefelder Immobilienmarkt das emotionalste und zugleich volumenstärkste. Hier kommen die meisten Privatkäufer mit dem Markt in Berührung – sei es als Erstkäufer auf der Suche nach dem Eigenheim oder als Verkäufer der in die Jahre gekommenen Immobilie der Elterngeneration.
Freistehende Einfamilienhäuser
Freistehende Einfamilienhäuser erzielten im Jahr 2024 einen Median-Kaufpreis von 3.377 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Der Median ist dabei aussagekräftiger als ein einfacher Durchschnitt, weil er durch Ausreißer nach oben oder unten nicht verzerrt wird – er spiegelt den „mittleren“ Marktwert wider, bei dem je die Hälfte der Transaktionen darunter und darüber lagen.
Was bedeutet das konkret? Ein freistehendes Einfamilienhaus mit 130 Quadratmetern Wohnfläche würde bei diesem Medianwert einen Marktwert von rund 439.000 Euro aufweisen. Dabei ist selbstverständlich zu berücksichtigen, dass Baujahr, Zustand, Lage im Stadtgebiet und Grundstücksgröße zu deutlichen Abweichungen nach oben und unten führen können.
Doppelhaushälften und Reihenhäuser
Für Doppelhaushälften liegt der Medianpreis bei 3.200 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche, was gegenüber dem freistehenden Einfamilienhaus einen moderaten Abschlag von etwa 5 Prozent bedeutet. Reihenendhäuser erzielen im Median 3.000 Euro pro Quadratmeter, während Reihenmittelhäuser mit 2.712 Euro pro Quadratmeter am günstigsten innerhalb dieser Haustyp-Gruppe abschneiden. Diese Staffelung ist typisch für den deutschen Immobilienmarkt: Sie spiegelt die unterschiedliche Privatheit, das Grundstücksangebot und die Belichtungssituation der jeweiligen Haustypen wider.
Die Preisspanne zwischen freistehendem Einfamilienhaus (3.377 EUR/m²) und Reihenmittelhaus (2.712 EUR/m²) beträgt rund 665 Euro pro Quadratmeter – oder anders ausgedrückt: Reihenmittelhäuser sind in Krefeld im Median rund 20 Prozent günstiger als freistehende Einfamilienhäuser, was sie für Erstkäufer mit begrenztem Budget zu einer interessanten Alternative macht.
Eigentumswohnungen: Erholung nach der Korrektur
Kaum ein Marktsegment hat die Turbulenzen der Jahre 2022 und 2023 so deutlich gespürt wie der Markt für Eigentumswohnungen. Bundesweit fielen die Preise für Wohnungseigentum infolge des Zinsanstiegs der Europäischen Zentralbank zeitweise um zweistellige Prozentsätze. Krefeld bildete dabei keine Ausnahme.
Preisentwicklung: Talsohle durchschritten
Der Preisindex für Weiterverkäufe von Eigentumswohnungen – gemessen am Basisjahr 2015 mit dem Wert 100 – erreichte im Jahr 2024 den Stand von 166. Das entspricht einer Preissteigerung von 66 Prozent gegenüber 2015. Wichtiger als die langfristige Perspektive ist für viele Marktteilnehmer jedoch der kurzfristige Trend: Nach einem deutlichen Rückgang von rund -10 Prozent zwischen 2022 und 2023 verzeichnet der Index für 2024 wieder ein Plus von rund +3,1 Prozent. Die Talsohle scheint damit durchschritten.
Aktuelle Kaufpreise für Eigentumswohnungen
Der durchschnittliche Kaufpreis für Eigentumswohnungen liegt im Berichtsjahr 2024 bei rund 2.519 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Für vermietete Wohnungen – also Anlageimmobilien, die mit laufendem Mietverhältnis verkauft werden – fällt der Preis aufgrund des typischen Vermietungsabschlags auf rund 2.001 Euro pro Quadratmeter.
Diese Differenz von etwa 500 Euro pro Quadratmeter zwischen selbst genutzten und vermieteten Wohnungen ist ein charakteristisches Merkmal des deutschen Wohnungsmarktes. Vermietete Objekte werden von Investoren nach Renditegesichtspunkten bewertet und sind damit in der Regel günstiger als frei verkäufliche, selbst genutzte Wohnungen.
Was erwartet Wohnungskäufer 2025?
Die Erholungstendenz von +3,1 Prozent signalisiert, dass der Markt Vertrauen zurückgewinnt. Mit dem Rückgang der Zinsen – die EZB hat ihren Leitzins in mehreren Schritten gesenkt – verbessert sich die Finanzierungslandschaft für Wohnungskäufer spürbar. In der Kombination aus moderaten Krefelder Preisniveaus und verbesserten Finanzierungsbedingungen ergeben sich für Käufer im Jahr 2025 reale Einstiegschancen.
Mehrfamilienhäuser und Renditeobjekte: Kennzahlen für Investoren
Wer nicht selbst wohnen, sondern investieren will, findet in Krefeld einen Markt mit klar definierten Kennzahlen. Das zentrale Bewertungsinstrument für Mehrfamilienhäuser ist der Rohertragsfaktor – also das Verhältnis zwischen Kaufpreis und dem erzielten Jahresrohertrag (Bruttomieteinnahmen).
Rohertragsfaktor: Marktübliche Bewertungsmaßstäbe
Der Median-Rohertragsfaktor für Mietwohnhäuser in Krefeld lag im Jahr 2024 bei 18,1. Das bedeutet: Wer ein Mehrfamilienhaus zu marktüblichen Bedingungen kauft, zahlt im Median das 18,1-Fache der jährlichen Bruttomieteinnahmen. Bei einem Mehrfamilienhaus mit einem Jahresrohertrag von 50.000 Euro entspräche das einem Kaufpreis von rund 905.000 Euro.
Zum Vergleich: In den Boomjahren bis 2022 wurden in Metropollagen wie München oder Frankfurt Faktoren von 30 und mehr gezahlt. Krefeld bietet mit einem Faktor von 18,1 deutlich attraktivere Einstiegsbedingungen für renditeorientierte Investoren – bei gleichzeitig stabilen Mieterträgen und einem liquiden Transaktionsmarkt.
Liegenschaftszinssatz als Wertermittlungsinstrument
Für die Bewertung vermieteter Wohnimmobilien hat der Gutachterausschuss für das Jahr 2025 einen Liegenschaftszinssatz von 2,4 Prozent festgesetzt (Stichtag: 1. Januar 2025). Der Liegenschaftszinssatz ist eine zentrale Größe im Ertragswertverfahren und gibt an, mit welchem Zinssatz der Markt den Boden und die Gebäude von Renditeobjekten verzinst. Ein Liegenschaftszinssatz von 2,4 Prozent spiegelt die nach wie vor hohe Nachfrage nach Anlageimmobilien und die vergleichsweise niedrige Renditeerwartung des Marktes wider.
Mietpreise in Krefeld
Wer als Vermieter in Krefeld investiert, sollte die marktüblichen Mietraten kennen. Laut Marktbericht liegen die durchschnittlichen Nettokaltmieten bei rund 8,00 Euro pro Quadratmeter für Eigentumswohnungen. Für Wohnungen in Mehrfamilienhäusern ergibt sich ein Median von 6,90 Euro pro Quadratmeter.
Diese Mietwerte erscheinen im Vergleich zu Düsseldorf (ca. 14–16 Euro/m²) oder Köln (ca. 13–15 Euro/m²) moderat – was Krefeld für Investoren interessant macht, die eine positive Cashflow-Situation anstreben. Das Preis-Miete-Verhältnis in Krefeld ist deutlich günstiger als in den Nachbarstädten.

Gewerbeimmobilien: Industriestandort Krefeld im Fokus
Krefeld ist historisch eine Industrie- und Produktionsstadt – Seidenindustrie, Chemie, Maschinenbau. Diese industrielle DNA spiegelt sich auch im Gewerbeimmobilienmarkt wider.
Transaktionen und Umsätze 2024
Im Segment der gewerblichen und industriellen Objekte wurden 2024 insgesamt 16 Transaktionen mit einem Gesamtumsatz von 110,9 Millionen Euro registriert. Diese Zahl zeigt, dass der Gewerbeimmobilienmarkt in Krefeld – gemessen an der Transaktionszahl – deutlich weniger liquide ist als der Wohnimmobilienmarkt, dafür aber im Einzelfall erhebliche Volumina generiert: Rechnerisch ergibt sich ein durchschnittliches Transaktionsvolumen von knapp 7 Millionen Euro pro Deal, was auf professionelle Investoren und institutionelles Kapital hindeutet.
Bodenrichtwerte für Gewerbe
Die Bodenrichtwerte für Gewerbegrundstücke variieren stark nach Nutzungsart und Lagequalität. Klassische Gewerbeflächen für Handwerk, Produktion und Logistik werden in guter Lage mit 100 Euro/m² bewertet, in mittlerer Lage mit 70 Euro/m² und in mäßiger Lage mit 40 Euro/m². Für Dienstleistungs- und Produktionsstandorte liegen die Richtwerte zwischen 50 und 120 Euro/m², während Einzelhandelsstandorte für Fach- und Supermärkte mit 120 bis 230 Euro/m² die höchsten Bodenwerte im gewerblichen Segment aufweisen. Dies zeigt die nach wie vor robuste Nachfrage nach verkehrsgünstig gelegenen Einzelhandelslagen – trotz des zunehmenden E-Commerce.
Markttrends und Einordnung: Was treibt den Krefelder Markt 2025?
Die Datenbasis des Grundstücksmarktberichts lässt mehrere strukturelle Trends erkennen, die den Krefelder Immobilienmarkt auch im Jahr 2025 prägen werden.
Trend 1: Stabilisierung nach dem Zinsschock
Die Jahre 2022 und 2023 waren von einem historisch schnellen Zinsanstieg der Europäischen Zentralbank geprägt. Hypothekenzinsen, die noch 2021 bei unter einem Prozent lagen, stiegen auf über 4 Prozent – was die Kaufkraft vieler Interessenten empfindlich reduzierte. Der daraus resultierende Preisrückgang bei Eigentumswohnungen von rund 10 Prozent (2022→2023) hat sich 2024 in eine Erholung von rund +3 Prozent umgekehrt. Der Markt normalisiert sich.
Trend 2: Bauland bleibt knapp und gewinnt an Wert
Der erneute Anstieg des Bodenpreisindex für individuellen Wohnungsbau um 3 Prozent auf einen Indexwert von 171 (Basis 2010) zeigt, dass baureife Grundstücke in Krefeld strukturell knapp bleiben. Neue Ausweisungen von Baugebieten sind zeitaufwendig und politisch komplex. Wer ein Baugrundstück sucht, muss mit 390 Euro pro Quadratmeter und steigender Tendenz kalkulieren.
Trend 3: Mietmarkt als stabiler Anker
Die moderat steigenden Mieten – im Marktbericht mit rund 8,00 Euro/m² für Wohnungen ausgewiesen – bilden einen stabilen Anker für Investoren. Auch wenn Krefeld kein Hochpreismarkt ist, entwickeln sich die Mieten kontinuierlich nach oben, getrieben durch Zuzug aus dem Rhein-Ruhr-Raum und die relative Preisgünstigkeit gegenüber Düsseldorf. Für Investoren ergibt sich damit eine planbare Einnahmebasis.
Trend 4: Renditeorientierter Markt für Mehrfamilienhäuser
Ein Rohertragsfaktor von 18,1 ist im bundesweiten Vergleich wettbewerbsfähig. In Zeiten, in denen viele Investoren aus überteuerten Märkten wie München (historische Faktoren von 35+) abwandern, geraten B-Städte wie Krefeld verstärkt in den Fokus. Die Kombination aus akzeptablem Faktor, stabilen Mieten und liquiden Transaktionsmärkten macht Krefeld zu einem interessanten Ziel für Bestandsinvestoren.
Trend 5: Gewerbemarkt mit Konsolidierungspotenzial
Mit 16 Transaktionen und 110,9 Millionen Euro Umsatz im gewerblich-industriellen Segment zeigt der Krefelder Gewerbeimmobilienmarkt Aktivität, aber auch Selektivität. Die Bodenrichtwerte für Gewerbeflächen spiegeln die Diversität des Standorts wider – von günstigen Produktionsflächen bis hin zu hochwertigen Einzelhandelslagen. Krefeld profitiert dabei von seiner geografischen Lage zwischen Düsseldorf, dem Ruhrgebiet und den Niederlanden.
Preisübersicht Krefeld 2024: Die wichtigsten Kennzahlen auf einen Blick
Für eine schnelle Orientierung – und als zitierfähige Referenz – fasst die folgende Übersicht die zentralen Marktpreise aus dem Grundstücksmarktbericht 2025 zusammen:
Baugrundstücke (individueller Wohnungsbau): Ø 390 EUR/m² (+3,0 % ggü. Vorjahr), Bodenpreisindex 171 (Basis 2010=100)
Eigentumswohnungen (Weiterverkauf): Ø ca. 2.519 EUR/m² Wohnfläche, Preisindex 166 (Basis 2015=100), +3,1 % ggü. 2023
Eigentumswohnungen (vermietet/Anlageobjekte): Ø ca. 2.001 EUR/m² Wohnfläche
Freistehende Einfamilienhäuser: Median 3.377 EUR/m² Wohnfläche
Doppelhaushälften: Median 3.200 EUR/m² Wohnfläche
Reihenendhäuser: Median 3.000 EUR/m² Wohnfläche
Reihenmittelhäuser: Median 2.712 EUR/m² Wohnfläche
Mehrfamilienhäuser (Rohertragsfaktor): Median 18,1-facher Jahresrohertrag
Nettokaltmiete (Eigentumswohnungen): Ø ca. 8,00 EUR/m²
Nettokaltmiete (Mehrfamilienhäuser): Median ca. 6,90 EUR/m²
Liegenschaftszinssatz (Stand 01.01.2025): 2,4 % für vermietete Wohnimmobilien
Gewerbliche/industrielle Objekte: 16 Transaktionen, Umsatz 110,9 Mio. EUR
Gesamtmarkt 2024: 1.725 Kauffälle, Umsatz 666,7 Mio. EUR
Krefeld im regionalen Vergleich: Warum der Standort unterschätzt wird
Wer den Krefelder Immobilienmarkt objektiv beurteilt, stellt fest, dass die Stadt im regionalen Vergleich systematisch unterbewertet ist. In Düsseldorf – nur 20 Kilometer entfernt – zahlt man für eine vergleichbare Eigentumswohnung gut das Doppelte bis Dreifache des Krefelder Preisniveaus. Gleiches gilt für Köln und Bonn. Selbst im Vergleich mit Städten wie Mönchengladbach oder Duisburg ist Krefeld preislich wettbewerbsfähig.
Die Infrastruktur der Stadt spricht für sich: zwei Autobahnanschlüsse (A44, A57, A61), unmittelbarer Anschluss an den öffentlichen Personennahverkehr, ein gut ausgebautes Schulnetz, ein stadtweites kulturelles Angebot und – für Investoren besonders relevant – eine diversifizierte Wirtschaftsstruktur aus Industrie, Dienstleistung und Logistik. Der Flughafen Düsseldorf ist in 20 Minuten erreichbar.
Für Eigennutzer bedeutet das: In Krefeld lässt sich mit vergleichsweisem Budget deutlich mehr Wohnfläche erwerben als in den benachbarten Oberzentren. Ein Einfamilienhaus, das in Düsseldorf-Gerresheim 800.000 Euro kostet, ist in Krefeld für deutlich unter 500.000 Euro zu finden.
Für Investoren bedeutet das: Höhere Anfangsrenditen durch günstigere Einstiegspreise bei gleichzeitig stabilen, moderat steigenden Mieten – eine Kombination, die in klassischen A-Städten kaum noch zu finden ist.
Handlungsempfehlungen für Käufer, Verkäufer und Investoren
Für Eigennutzer und Käufer
Die aktuellen Marktpreise, kombiniert mit einem gesunkenen Zinsniveau gegenüber dem Höchststand 2023, bieten 2025 realistische Einstiegschancen. Die Erholung des Marktes ist erkennbar, aber noch keine Überhitzung in Sicht. Wer jetzt kauft, erwirbt zu Preisen, die deutlich unter dem Zenit von 2022 liegen – bei gleichzeitig verbesserter Finanzierungslandschaft. Besonders der Bereich der Eigentumswohnungen und Reihenhäuser bietet interessante Einstiegsmöglichkeiten.
Für Verkäufer
Wer eine Immobilie in Krefeld verkaufen möchte, agiert in einem sich erholenden Markt. Die Preise ziehen moderat an, die Nachfrage ist nach der Flaute 2022/2023 wieder gestiegen. Allerdings sind die Zeiten vorbei, in denen Immobilien innerhalb von Tagen und weit über dem Angebotspreis verkauft wurden. Eine marktgerechte Preisfindung auf Basis aktueller Vergleichswerte – wie sie der Grundstücksmarktbericht liefert – ist 2025 entscheidend für einen erfolgreichen Verkauf.
Für Investoren
Mehrfamilienhäuser mit einem Rohertragsfaktor von 18,1 und einem Liegenschaftszinssatz von 2,4 Prozent bieten solide Renditeperspektiven. In Kombination mit dem strukturellen Wohnraummangel – der Neubau in Deutschland liegt weiterhin deutlich unter dem Bedarf – spricht das für Bestandsimmobilien als langfristige Investition. Krefeld bietet dabei einen liquiden, transparenten Markt mit verlässlicher Datenbasis durch den Gutachterausschuss.

Datenquelle und Methodik: Warum der Grundstücksmarktbericht die zuverlässigste Quelle ist
Der Grundstücksmarktbericht des Gutachterausschusses für Grundstückswerte in der Stadt Krefeld ist die einzige vollständig notariell beurkundete, amtliche Datenquelle für den Immobilienmarkt. Im Gegensatz zu Plattformpreisen von Immoscout24 oder Immowelt – die Angebotspreise, nicht realisierte Kaufpreise widerspiegeln – basiert der Bericht ausschließlich auf tatsächlich abgeschlossenen Kaufverträgen. Er ist damit die zitierfähigste und verlässlichste Quelle für alle Marktakteure.
Alle in diesem Beitrag genannten Preise und Indices stammen aus dem Grundstücksmarktbericht 2025 (Berichtszeitraum 2024), herausgegeben vom Gutachterausschuss für Grundstückswerte in der Stadt Krefeld.
Fazit: Krefeld – ein unterschätzter Markt mit realen Chancen
Der Krefelder Immobilienmarkt zeigt 2024/2025 das Bild eines Marktes, der die Korrekturphase hinter sich gelassen hat und auf einem stabilen, moderat wachsenden Kurs ist. Der Gesamtumsatz von 666,7 Millionen Euro bei 1.725 Kauffällen belegt die anhaltende Aktivität. Die Preisentwicklung bei Bauland (+3,0 %), Eigentumswohnungen (+3,1 %) und Einfamilienhäusern zeigt positive, aber keine übertriebenen Wachstumsraten.
Für Eigennutzer, Investoren und alle, die Krefeld noch nicht auf dem Radar hatten, gilt: Diese Stadt bietet Immobilienwerte auf einem Niveau, das in der unmittelbaren Nachbarschaft zu einer der teuersten deutschen Immobilienstädte – Düsseldorf – bemerkenswert günstig ist. Wer jetzt investiert, kauft in einem sich erholenden, nicht in einem überhitzten Markt.
FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Immobilienmarkt Krefeld 2025
1. Wie hoch sind die durchschnittlichen Kaufpreise für Eigentumswohnungen in Krefeld? Laut Grundstücksmarktbericht 2025 lagen die durchschnittlichen Kaufpreise für Eigentumswohnungen in Krefeld im Jahr 2024 bei rund 2.519 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Vermietete Wohnungen – also Anlageobjekte mit bestehendem Mietverhältnis – wurden im Schnitt für rund 2.001 Euro pro Quadratmeter gehandelt, was den typischen Vermietungsabschlag gegenüber selbst genutztem Eigentum widerspiegelt.
2. Was kostet ein Einfamilienhaus in Krefeld im Jahr 2025? Freistehende Einfamilienhäuser wurden in Krefeld 2024 zu einem Median-Kaufpreis von 3.377 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche verkauft. Bei einer typischen Wohnfläche von 130 Quadratmetern entspricht das einem Marktwert von rund 440.000 Euro – wobei Lage, Baujahr und Zustand zu erheblichen Abweichungen nach oben und unten führen können.
3. Wie hat sich der Immobilienmarkt in Krefeld nach dem Zinsanstieg entwickelt? Nach einem Preisrückgang bei Eigentumswohnungen von rund 10 Prozent zwischen 2022 und 2023 – ausgelöst durch den Zinsanstieg der EZB – hat der Krefelder Markt im Jahr 2024 wieder leicht zugelegt: Der Preisindex für Weiterverkäufe von Eigentumswohnungen stieg um rund 3,1 Prozent, und auch die Bodenpreise für Bauland legten um 3 Prozent zu. Die Talsohle gilt als durchschritten.
4. Lohnt sich eine Investition in Mehrfamilienhäuser in Krefeld? Mit einem Median-Rohertragsfaktor von 18,1 und einem Liegenschaftszinssatz von 2,4 Prozent (Stand 01.01.2025) bietet Krefeld im bundesweiten Vergleich attraktive Einstiegskonditionen für Investoren in Mehrfamilienhäuser. Im Vergleich zu Metropolstädten wie Düsseldorf oder München – wo historisch Faktoren von 25 bis 35 gezahlt wurden – ist Krefeld deutlich renditefreundlicher positioniert.
5. Welche Datenquelle liegt dem Marktbericht Krefeld 2025 zugrunde? Die Grundlage bildet der offizielle Grundstücksmarktbericht 2025, herausgegeben vom Gutachterausschuss für Grundstückswerte in der Stadt Krefeld. Dieser Bericht basiert ausschließlich auf notariell beurkundeten Kaufverträgen aus dem Berichtsjahr 2024 – also auf tatsächlich realisierten Transaktionspreisen, nicht auf Angebotspreisen von Immobilienportalen. Mit 1.725 ausgewerteten Kauffällen und einem Umsatzvolumen von 666,7 Millionen Euro bildet er den umfassendsten und verlässlichsten Marktüberblick für Krefeld.
Dieser Beitrag wurde erstellt von Michael Ruland, Immobilienmakler in Krefeld. Alle Preisangaben basieren auf dem Grundstücksmarktbericht 2025 des Gutachterausschusses für Grundstückswerte in der Stadt Krefeld (Berichtszeitraum: Gesamtjahr 2024). Für eine individuelle Immobilienbewertung oder Beratung stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.